Beitrag 34 (Claus S.)

bislang habe ich das Vorhaben „Strukturkonzept“ mit großem Interesse verfolgt. Im Zeitraum ab 2015ff konnte ich an einigen Workshops und Foren teilnehmen.

Auffällig sind für mich verschiedene Aspekte, die nach sehr langer Zeit längst ausserhalb eines Strukturkonzeptes bearbeitet und hätten erledigt werden können. Deshalb erlaube ich mir einige Anmerkungen:

Beispiel: Verkehr – Fußgänger, Radfahrer u Fahrzeuge

Der Ort mit seinen begrenzten Flächen erhält leider keine überschaubare Führung zu Abstellflächen sowie Zu- u Abgang, wie es für ein Seebad optimal wäre. Gäste fahren im Kreis. Der Bus fährt an wichtigen Punkten vorbei und hält irgendwo. 

Radfahrer benutzen Fuß-/Gehwege weil Fahrwege kaputt oder zu eng sind. Fußgänger können nur schwierig Gehwege ohne weiteres benutzen – Löcher, Schäden, hohe Tritthöhen.

In grundsätzlichen Aspekten hat die Stadtverwaltung sehr hohes Verbesserungspotenzial und kontinuierliches Erkennen laufender Aufgaben durchzusetzen, das neben Sauberkeit, auch kontinuierliche Pflege und Instandhaltungen betrifft.

Stichworte: Bus – Verbessungspotenzial der Verbindung zwischen Parken, Bahn, Zentrum; Gehwege – katastrophaler Zustand und verschiedenen Bereichen, die Touristen auch betreffen; Radwege – keine optimale Führung, die Rad-Touristen werden auf Gehwege verwiesen… Parken – Pflege der Flächen fehlt, Flächen werden nicht optimal genutzt oder provozieren Konflikte (Rohrmannsche Koppel, Parken Wiesenweg, Parkstraße, Am Markt, Stadtautobahn usw.)

Am Beispiel Am Markt sei angemerkt, dass dieser Platz ursprünglich mit anderer Bestimmung geschaffen wurde, heute noch (!) ein leider teilweise sichtbares Granitpflaster mit Gestaltungsdetails hat. Für ähnliches wird im OT derzeit viel Geld ausgegeben ohne an weitere Pflege zu denken. – Beispiele Seestraße, Leuchtturmbereich, Georginenstraße/nördl. Alexandrinenstraße, Kirchenplatz. Hier sind bereits durch Unachtsamkeit die Flächen verschandelt.

Die Stadt Rostock leistet sich eine freie Fläche in Premiumlage um sie Gäste-Autos und Touristen zum Abstellen von Caravans und Bussen zur Verfügung zu stellen – das über zwanzig Jahre. Temporäre Lösungen mit gewisser Attraktivität wären leicht möglich gewesen. Es fehlt wohl das Interesse. – Dem Ort und seinen Bürgen fehlt z. B. ein Kommunikationszentrum, Räume für Vereinsleben usw.

Es wäre klug, diese naheliegenden Bedürfnisse neu zu bewerten und schnellstens den Bürgerinnen und Bürger optimale Anlagen/Gebäude zur Nutzung zu übergeben. Zum Beispiel wäre interessant die ehemalige Fährbrücke auf dem „Parkplatz Mittel Mole“ als Objekt heraus zustellen. 

Flächen am Ortseingang (z. B. Stadtautobahn und TZW) sind geeignet z. B. für Parkhäuser (Stelzenbauten, Aufstockung Parkhaus Aja-Hotel) oder gewerbliche Ansiedlung (Handwerksbetriebe, Büros). Hingegen sollten die mit Autos zu gestellten Flächen umgenutzt werden, z. B. Bebauungen (Wohnanlagen, Einfam-Häuser) planen. Dabei könnte sicher auch die Abstellflächen der Bereiche Lichtenhagen einbezogen werden und die Anbindung an ÖPNV angepasst werden. Kommentare weisen hier gern eine rückwärtige Sicht nach. Wenn Warnemünde vom Ruf des „Altersheim von Rostock“ weg soll, wäre es Zeit und Anlass die Veränderungen zu berücksichtigen. Im Ortsteil gibt es leider zu wenig Wohnungen, die für Familien mit mehreren Kindern geeignet sind. Auch ist das Bewußtsein dafür bei einigen Bürgerinnen und Bürgen wieder aufzubauen.

Im Strukturkonzept wird in Erläuterungen die Zustand der Wege und Straßen mehrfach beschrieben und als dringend zu reparieren genannt. Diese Aufgabe ist seit vielen Jahren bekannt. Hier wäre die Sensibilität der verantwortlichen Ämter weiter auszuprägen, so könnten z. B. entsprechende Beschilderungen entfallen und u. a. eine größere Zufriedenheit bei Bürgern und Gästen erreichen. 

Die repräsentative Straße in Warnemünde, Mühlenstraße ist seit vielen Jahren in schlechtem Zustand. Wer würde es zulassen, dass sein Gästezimmer oder Wohnzimmer in solch erbärmlichen Zustand dem Besuch präsentiert wird? Hier leistet es sich die Rostocker Bürgerschaft, das Gäste/Besucher, Bürger mit resignierender Geste über den Ort und die Aufgabenträger sprechen. Seit geraumer Zeit werden z. B. touristische Radwege als schlechteste Radwege im Norden beschrieben. Es macht traurig, so wenig Sensibilität von den Verantwortlichen wahrnehmen zu müssen. Lebt doch die Region Rostock auch vom Tourismus. 

Vielleicht sind kleine Aufgabenpakete für die örtlichen Verantwortlichen ausreichend, systematisch Ordnung und Erneuerungen in Warnemünde durchzusetzen. Damit wäre auch den Menschen geholfen, die täglich das Dilemma sehen und begehen müssen. Schließlich ist eine Aufgabe im Rahmen des Konzeptes auch, die Akzeptanz in der Bevölkerung herzustellen und evt Unterstützer zu finden, um auch die Bedenkenträger von den attraktiven Zielen der Vorhaben zu überzeugen.

Dem Ortsbeirat wurde z. B. der Vorschlag zur Berufung eines Wegevogtes unterbreitet. Dazu gab es leider keine Reaktion. Die Versuche einen Ordnungsdienst zu berufen sind ohne erkennbares Ergebnis geblieben. Jedenfalls sind keine Ergebnisse des Wirkens sichtbar (Bsp. Verschmutzungen an Strand, Promenade, in Park/Wald/Wilhelmshöhe, Fahrradverkehr auf Gehwegen u. Promenade). Auch ist nicht nachvollziehbar, wie die Mittelverwendung der Tourismusabgaben (z. B. Parkgebühren, Tourismusabgabe) gesteuert wird. Vorschläge, definierte Beträge im Ortsteil zu belassen sind scheinbar unattraktiv oder nicht durchsetzbar. Verwendungszwecke im Ortsteil sind täglich zu finden und wenn es nur ausreichend öffentliche Toiletten und Müllbehälter entlang der Wanderwege wären, die finanziert werden sollten.

Im Thema Infrastruktur wäre auch ein Aspekt, die zurückzubauende Sportanlage an der Parkstraße 46. Es ist nicht nachvollziehbar, warum der Flächeneigentümer WIRO die Entwicklung der Sportanlage des Tennisvereins blockiert durch unbeantwortete Anfrage zum Pacht- /Mietvertrag und seiner langfristigen Verlängerung, so dass Entwicklungsgelder und Förderungen möglich wären. Statt dem werden weiter Kleingartenanlagen und desolate Parkgaragen aufrecht erhalten.

Darüber hinaus sind im Konzept nicht erkennbar, wie technische Infrastruktur für Medien weiter entwickelt wird. Im gesamten Ortsteil sind viele Konzentrationspunkte vorhanden, an denen freier oder geschützter Zugang zum Internet nachgefragt wird. Der öffentliche Internet-Zugang am Ortsamt ist unzureichend und bedarf weiträumiger Erweiterungen.

Die Kommentare zum Verkehr und der Handlungsfelder offenbaren eine halbherzige und zum Teil Rückwärtsgewandtheit. Es sind die Menschen, die Warnemünde bewohnen und besuchen. Sie benötigen heute Lösungen. Dazu gehört u. a. attraktives ÖPNV-Netz-Angebot, z. B. die gerichtete Verbindung der Parkflächen mit Bus oder Alternativen, Bewohner und Gewerbe orientiertes Parken, die Möglichkeit, den „Bäderverkehr“ schon vor Warnemünde auf die Ziele neben Warnemünde zu leiten.

Das Konzept läßt keine wirkliche neuen Aspekte und Anpassungen an die weiterentwickelte Situation erkennen. Insgesamt sehe ich die beschriebenen Aufgaben im Strukturkonzept als so umfangreich, dass die bisherigen und aktuellen Verantwortlichen wohl überfordert sind, auch nur an einem Teil der Aufgaben wirksam zu werden und sich deshalb in Details zu verstricken.

Warum werden z. B. keine Teilkonzepte auf Themen oder Bereiche oder Bedarfsgruppen orientiert? Die Aufgaben sind doch täglich sichtbar und warten auf sofortige Erledigung.

Das Konzept läßt leider nicht erkennen, dass die in den vergangenen Jahren eingetretenen Veränderungen auch andere Realisierungsmöglichkeiten einschließlich Umweltschutzaspekte bedürfen. Die Zeit des Lock Down (März bis Juni 2020) hat gezeigt, wie sauber die Luft und ruhig die Verkehrslage im Ortsteil sein könnte.

freundliche Grüße u beste Gesundheit

claus s.

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